Vom Klassenraum zum lernförderlichen Zukunftsraum
Wie erleben Schüler:innen die Räume, in denen sie täglich lernen? Wie wirken sich Luftqualität, Temperatur, Licht und Akustik auf Konzentration, Wohlbefinden und den Schulalltag aus? Und wie lässt sich ein bestehender Klassenraum gemeinsam weiterdenken?
Mit dem SMART Classroom startet Zukunftsraum Schule ein praxisnahes Modellprojekt, bei dem Schüler:innen ihre eigene Lernumgebung untersuchen und aktiv mitgestalten. Im Schuljahr 2026/2027 wird der Klassenraum dabei zum Forschungs-, Lern- und Ideenraum.

Lernräume aus Sicht der Schüler:innen
Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Perspektiven der Schüler:innen. Sie beschäftigen sich zunächst mit der Frage, was einen lernförderlichen Schulraum aus ihrer Sicht ausmacht. Anschließend untersuchen sie, welche räumlichen Faktoren ihr Lernen beeinflussen und wie sich diese sichtbar und messbar machen lassen.
Technische Messwerte werden dabei mit persönlichen Wahrnehmungen und Erfahrungen aus dem Schulalltag verbunden. So lernen die Schüler:innen, ihre Umgebung bewusst zu beobachten, Daten einzuordnen und daraus eigene Ideen für die Weiterentwicklung ihres Lernraums abzuleiten.
Messen. Beobachten. Verstehen. Gestalten.
Das Projekt folgt einem klaren, beteiligungsorientierten Ablauf:
Erleben
Was unterstützt das Lernen im Klassenraum? Was stört, belastet oder lenkt ab? Zu Beginn bringen die Schüler:innen ihre eigenen Erfahrungen und Bedürfnisse ein.
Verstehen
Die Projektgruppe setzt sich mit den zentralen Faktoren lernförderlicher Schulräume auseinander: Innenraumluft, Temperatur, Licht und Akustik. Auch weiterführende Themen wie der Energieverbrauch können von den Schüler:innen aufgegriffen werden.
Messen und beobachten
Mithilfe verschiedener Messinstrumente erfassen die Schüler:innen unter anderem CO₂-Konzentration, Temperatur, Helligkeit und Akustik. Ergänzend dokumentieren sie ihre Beobachtungen und vergleichen die Messwerte mit ihrem persönlichen Erleben.
Bewerten und entwickeln
Was bedeuten die Ergebnisse für den konkreten Schulalltag? Welche Veränderungen wären besonders sinnvoll? Die Schüler:innen bewerten ihre Erkenntnisse, setzen Prioritäten und entwickeln Vorstellungen für einen lernförderlichen Zukunftsraum.
Präsentieren und weitergeben
Zum Abschluss bereitet die Projektgruppe ihre Ergebnisse, Erfahrungen und Ideen so auf, dass sie innerhalb der Schule und darüber hinaus sichtbar und nutzbar werden.
Schule wird zum Lernlabor
Erprobungsort des Pilotprojekts ist die Gesamtschule Niederberg. Eine Projektgruppe aus Schüler:innen der Jahrgänge 9 und 10 arbeitet über ein gesamtes Schuljahr hinweg an der Frage, wie aus einem bestehenden Klassenraum ein lernförderlicher Zukunftsraum werden kann.
Für ihre Untersuchungen stehen den Schüler:innen zwei nebeneinanderliegende Klassenräume zur Verfügung. Dadurch können sie Messwerte und persönliche Eindrücke unter vergleichbaren äußeren Bedingungen gegenüberstellen. Welche Unterschiede lassen sich bei Innenraumluft, Temperatur, Licht und Akustik feststellen? Wie werden die beiden Räume wahrgenommen – und welche Faktoren könnten dafür verantwortlich sein? Der direkte Vergleich hilft der Projektgruppe, Zusammenhänge zu erkennen und mögliche Verbesserungen fundiert abzuleiten.
Für die praktische Projektarbeit kann die Gruppe außerdem das schuleigene FabLab nutzen. Dort können die Schüler:innen ihre Ideen weiterentwickeln und erste Modelle, Entwürfe oder Lösungsansätze praktisch umsetzen.
Begleitet wird das Projekt von der Heinz Trox-Stiftung, der Heinz Trox Wissenschafts gGmbH und der Gesamtschule Niederberg.
Vier Faktoren für lernförderliche Schulräume
Temperatur
Wann wird ein Klassenraum als zu warm oder zu kalt empfunden? Wie unterscheiden sich Messwerte und individuelles Empfinden? Die Projektgruppe betrachtet Temperatur und thermisches Wohlbefinden im Schulalltag.
Akustik
Welche Geräusche erschweren das Zuhören und konzentrierte Arbeiten? Wie wirken sich Lärm und Nachhall auf die Sprachverständlichkeit aus? Die Projektgruppe verbindet akustische Messungen mit Erfahrungen aus dem Unterricht.
Innenraumluft
Wie verändert sich die Luft während einer Unterrichtsstunde? Was bedeutet eine erhöhte CO₂-Konzentration für Aufmerksamkeit und Konzentration? Die Schüler:innen untersuchen, wie sich die Luftqualität entwickelt und welche Rolle das Lüftungsverhalten spielt.
Licht
Wie hell ist der Raum an unterschiedlichen Plätzen und zu verschiedenen Tageszeiten? Wo entstehen Blendung oder ungünstige Lichtverhältnisse? Die Schüler:innen untersuchen, wie Licht die Arbeitsatmosphäre und das Lernen beeinflusst.
Ein Modellprojekt mit Transferpotenzial
Der SMART Classroom soll Erkenntnisse hervorbringen, die über den einzelnen Klassenraum hinausreichen. Welche Methoden eignen sich, um Schüler:innen an der Bewertung ihrer Lernumgebung zu beteiligen? Welche Messungen lassen sich sinnvoll in den Schulalltag integrieren? Und welche Ideen können auch für andere Schulen hilfreich sein?
Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt werden über den Projektverlauf hinweg dokumentiert und ausgewertet. Perspektivisch sollen daraus Materialien und Impulse entstehen, die weitere Schulen bei ähnlichen Vorhaben unterstützen.
Pressemappe zum SMART Classroom

Die Pressemappe zum Projekt „SMART Classroom“ bietet Hintergrundinformationen zum Ziel des Projekts und Details, wie den im Pilotprojekt erfassten Messwerten.
Das Projekt mitverfolgen
Auf dieser Seite berichten wir fortlaufend über den SMART Classroom. Geplant sind Einblicke in die Projektarbeit, Stimmen der Schüler:innen, ausgewählte Messwerte, Zwischenergebnisse und die abschließenden Ideen der Projektgruppe.
Nach Abschluss des Projekts werden hier – soweit verfügbar – weiterführende Materialien und Ergebnisse zum Download bereitgestellt.
Vom Leitfaden in die Schulpraxis

Eine fachliche Grundlage des Projekts ist der Leitfaden „Klassenräume SMART sanieren“. Er betrachtet Temperatur, Akustik, Innenraumluft und Licht ganzheitlich und zeigt, wie bestehende Schulräume lernförderlich weiterentwickelt werden können.
Im SMART Classroom wird dieses Wissen für Schüler:innen praktisch erfahrbar. Der Leitfaden wird damit zum Ausgangspunkt für eigenes Forschen, Bewerten und Gestalten.
Interesse an einem ähnlichen Projekt?
Sie möchten Schüler:innen an der Gestaltung ihrer Lernräume beteiligen oder einen vergleichbaren Prozess an Ihrer Schule anstoßen? Gerne sprechen wir mit Ihnen in einem unverbindlichen Erstgespräch über mögliche Ansätze, Voraussetzungen und Perspektiven.
Ansprechpartnerin
Jasmin Biesenroth
Referentin für Wissenschaftskommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Heinz Trox-Stiftung
j.biesenroth@heinz-trox-stiftung.de